Mrz 24 2019

8. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 24.03.2019, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga SVG Salzgitter I SV Königsspringer Braunschweig I 7:1
Bezirksliga SVG Salzgitter II SC Braunschweig Gliesmarode III 2½:5½

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Feb 24 2019

Souveräner Auftritt in Fallersleben

Veröffentlicht von David Riemay unter Allgemein

Nach der Rückeroberung der Tabellenführung am letzten Spieltag war die Marschroute für die letzten 3 Spieltage klar: Hauptsache gewinnen!

Stefan Langenfeld, der uns bei herrlichem Sonnenwetter morgens begrüßte, ahnte schon böses und tippte auf einen klaren Sieg für uns. Sein Brett war es auch, das als erstes zu unseren Gunsten kippte. Dietmar spielte an Brett 3 eine interessante Variante gegen den schwarzen Stonewall

dietmar.PNG

Hier hatte Weiß gerade 6. Sc3 gespielt. Nun droht unangenehm e4, was noch deutlich stärker ist als es aussieht. Daher sollte Schwarz hier vielleicht 6… d4 spielen, was aber natürlich zu vollkommen anderen Stellungsbildern spielt und daher nicht jedermanns Sache ist. 6….Ld6?! führte nach 7. e4! dann bereits zu Problemen, da nach 2 mal nehmen auf e4 Sg5 den Bauern zurückgewinnt bei klar besserer Stellung. Bald kam noch eine Qualität dazu die Dietmar sicher ins Ziel brachte, 1:0 für uns.

Lars konnte die passive Spielweise seines Gegners Roland Kurtz sicher und souverän bestrafen indem er einen Königsangriff startete, dabei noch taktisch einen Bauern und schnell danach Dame und Partie gewann 2:0!

Den 3. Punkt steuerte ich dann an Brett 2 gegen Stefan Sondermann bei, der in der Eröffnung taktisch fehlgriff:

riemay.PNG

Nach 13. Lg2? geht hier schon taktisch 13…Sxd4!, wonach 14.Txd4 LxSe5 einen Bauern verliert. Das schwarze Läuferpaar wird danach extrem stark und so verlor Weiß bald noch weitere Bauern und die Partie, 3:0!

Entweder hatte Udo bei Dietmar abgeschaut oder sie hatten sich zusammen vorbereitet, so schien es zumindest da Udo an Brett 5 gegen Thilo Arndt den Stonewall Aufbau ebenfalls mit dem taktischen e4 anging

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Allerdings ist es hier nicht ganz so verheerend wie bei Dietmar, da es sogar ein Bauernopfer ist, da nach zwei mal nehmen auf e4 nebst De5 der b2 verloren geht. Den nahm Schwarz allerdings nicht mit, so daß Udo gutes Spiel in der offenen e-Linie gegen den schwachen e6 bekam. Bald danach wurde es noch taktisch:

udo2.PNG

Hier fand Udo das hübsche 26.Lxd5+!. Schlagen mit cxLd5 27.Dxd5 verbietet sich wegen dem folgenden Tg5+ mit Damengewinn, daher blieb nur Kg7. Danach verdoppelte Weiß die Türme auf der h-Linie und sein Gegner gab kurz vor dem Matt auf. 4:0

musste sich an Brett 8 gegen Dieter Weczerek gegen das Schottische Gambit wehren und erreichte folgende Stellung:

ju.PNG

Hier folgte 7…g5 8.e5 und ich dachte auf einen schnellen Blick dass es irgendwie schon gefährlich und gut für Weiß sein könnte, der Computer bleibt natürlich eiskalt und sieht klaren schwarzen Vorteil.

Jü verteidigte sich gut und ging zum Gegenangriff, den er in folgender Stellung hätte erfolgsversprechend fortsetzen können:

ju2.PNG

Hier griff Weiß gerade mit Se4 die Dame an. Nun kann man entweder direkt 16…Df4! spielen oder fürs Auge noch schöner erst 16…hxg3!! mit Matt in wenigen Zügen nach SxDf6. Die Auflösung folgt am Ende. Nach dem schwächeren Zug von Jü 16…SxSf3+ bleibt Schwarz zwar in Vorteil mit zwei Mehrbauern, allerdings blieben Weiß gute praktische Chancen die ganze Partie über, auch wenn Jü gute Züge spielte blieb es noch lange Zeit unklar. So endete die Partie am Ende Remis.

Sebastian spielte an Brett 4 gegen Sebastian Kunze eine lange Zeit ausgeglichen Partie, konnte aber irgendwann einen Bauern gewinnen und kam dabei leider in Zeitnot.

sebastian.PNG

Hier ist Sebastians schwarzer Springer auf d4 zwar gefesselt, aber er hat keine Eile und kann erstmal seine Stellung verstärken und z.B. den B-Bauern nach b3 bringen. 35…Sf5?! dagegen ist leider keine so gute Idee, nach TxTd6 wird es deutlich schwieriger zu gewinnen. In Zeitnot dachte Sebastian nun Wiedernehmen auf d6 mit dem Turm würde wegen Tc1 nebst Tc8 Matt nicht gehen und übersah dabei die Rettung Dd4!  Nach SxTd6 kam dann Td5, wonach Schwarz die Fesselung auf der d-Linie nur noch auf Kosten des Mehrbauern auf der B-Linie auflösen kann, daher Remis, 5:1

Siggi macht in folgender Stellung an Brett 6 gegen Steffen Vielhauer Remis:

siggi.PNG

Hier war gerade Lg6 von Siggis Gegner auf dem Brett. Jetzt gewinnt Weiß eigentlich einen Bauern, da Schwarz um den Turm zu retten LxSf3 nebst Th4 spielen muss, doch dann hängt einfach der h3 mit Txh3.  Trotzdem Remis, 5,5:1:5 für uns.

Bis zum Bitteren Ende kämpfte Lucas seine Partie an Brett 1 gegen Thomas Retzlaff aus. Früh opferte sein Gegner mit Schwarz einen Bauern den er auch lange nicht widersah. In folgender Stellung wählte Lucas einen eleganten Übergang:

lucas2.png

Hier folgte 44. Kd6! Sg4 45. Se6! fxSe6 46. TxSg4 und  der c-Bauer rennt durch (Diese Stellung sah ich noch als ich fuhr und sah in meiner Schachblindheit nicht, dass der c4 gedeckt ist und dachte, Schwarz könnte einfach Txc4 spielen und dachte das wird wohl Remis) Falsch gedacht, starke Partie von Lucas zum 6,5:1,5

Bleibt mir nur noch, den überaus sympatischen Gegnern aus Fallersleben viel Glück für ihr Endspiel um den Klassenerhalt nächsten Spieltag zu wünschen und uns selber natürlich auch etwas Glück falls es nötig wird in unserem Schlussspurt zum Aufstieg.

Hier noch die Auflösung zu dem möglichen Damenopfer von Jü, Schwarz am Zug

ju3.PNG

1…SxSe2+! (Der Läufer auf c5 muss demaskiert werden, den gleichen Zweck erfüllt auch SxSf3+ aber das dauert laut Computer einen Zug länger)

2. DxSe2 gxf2+ 3. Kg1 Lg2 Matt!

ju4.PNG

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tabelle2.PNG 

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Feb 24 2019

7. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 24.02.2019, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga SF Fallersleben I SVG Salzgitter I 1½:6½
Bezirksliga SG Königslutter II SVG Salzgitter II 3:5

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Feb 22 2019

Pfarrer Georg Merettig gestorben.

Veröffentlicht von Matias Jolowicz unter Allgemein

Am 11. Februar ist Herr Merettig gestorben. Er war ein immer freundlicher, netter Mensch und viele kennen ihn noch aus Salzgitter-Bad.

https://regionalsport.de/der-sv-caissa-wolfenbuettel-trauert-um-georg-merettig/

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Feb 03 2019

Zurück im Aufstiegsrennen!

Veröffentlicht von David Riemay unter Allgemein

Nach der bitteren Niederlage im letzten Spiel gegen Hameln gab es heute gegen Peine nur ein Ziel: Irgendwie gewinnen und auf Ausrutscher von Hameln hoffen…

Nachdem wir mit Müh und Not 8 Leute zusammenbekommen hatten ging es um 10h gegen leicht geschwächte Peiner, die ohne ihr nominelles Spitzenbrett Jürgen Garbuszus aufliefen. Nachdem zunächst an den meisten Brettern wenig passierte, gewann Otti an Brett 8 eindrucksvoll die Qualität. Gerade hatte er den starken Zug 13. c5! gefunden, der unangenehm cxd6 droht und die Dame kann wegen Lf4 nicht wiedernehmen.

Otti gewinnt Qualität

Der Computer hält Züge wie 13…h6 noch am besten, am weißen Vorteil führt aber kein Weg vorbei. Ottis Gegner Stefan Kück spielte daher das prinzipielle 13…dxc5, was nach 14.Lf4 allerdings ebenfalls die Qualität verliert (Da auf Ta8/c8 Lxb7 folgt). Diese verwertete Otti sehr genau und druckvoll und holte nach 29 Zügen das 1:0!

Die anderen Stellungen schienen mir allesamt unklar nach knapp 2 Stunden nur  an Brett 7 schien auf sehr gutem Wege.

Czada - Hesse

hatte gerade gegen Roland Czada 19…h4 gezogen mit einer klaren Drohung: Lxg2 nebst h3! Allerdings ist diese Drohung eigentlich gar keine, da nach 20….Lxg2 21. Lxg2 h3 22. Dxe4 kommt, was das Matt deckt und den Bauern zurückgewinnt. Das von Weiß gewählt 20. d3? hat allerdings das Problem, das genau diese Dxe4 Idee nicht mehr funktioniert und daher 20….Lxg2! einen Bauern bei starkem Angriff gewinnt. Diesen verwertete Jü sicher und gewann durch ein hübsches Matt indem er auch seinen zweiten Läufer opferte! 5,5 aus 6, bärenstarke Saison von Jü!

Lars stellte an Brett 5 gegen Elias Behme früh einen Bauern ein bei zusätzlich schlechter Stellung. Die entgegengesetzten Rochaden kamen seinem Spiel natürlich entgegen, sein Gegner kam mehr und mehr vom richtigen Weg ab und gab dann unnötig eine Figur, die Lars am Ende souverän verwerte. 3:0 für uns!

Ich selber spielte an Brett 2 gegen Artur Kück zunächst relativ solide und stand schnell besser, da klar besser entwickelt und aktiver. Schwarz hatte Schwierigkeiten sinnvolle Züge zu finden aber verteidigte sich lange sehr gut.

Riemay

Hier hatte ich gerade 26. g4! gezogen, welches droht die Diagonoale b1-h7 für den Läufer zu öffnen. Das muss Schwarz unter allen Umständen verhindern und wäre darum gut beraten, den Bauern stehen zu lassen und mit 26…Ta4 etwas Gegenspiel zu suchen, wobei die Stellung trotzdem klar besser bleibt für Weiß. 26…fxg4 führte in der Partie nach 27. Sxg4 Sxg4 28. Dxg4 schnell zu Problemen durch De7 nebst Dh7+, so dass ich bald die Partie gewinnen konnte.

Relativ zeitnah mussten wir dann unsere erste Niederlage des Tages hinnehmen, Siggi verlor an Brett 4 gegen Julian Remmert. In völlig ausgeglichener Stellung stellte er leider einzügig einen Turm ein.

Doch das machte nichts, da ein anderer Lau uns den Mannschaftssieg klar machte. Udo wickelte an Brett 3 mit Schwarz gegen Imad Eddin Abo Bakar in ein Endspiel ab, das trotz kleines Vorteils für Udo eigentlich Remis sein sollte, wobei Weiß aufpassen . Mehrere kleine Ungenauigkeiten des Gegners konnte Udo dann nutzen um klarer in Vorteil zu kommen.

Udo

Hier hatte Udo gerade 35….h5 gespielt und Weiß sollte unbedingt 36. h4! spielen um am Königsflügel alles zu schließen, danach wird es schwer werden für Schwarz Fortschritte zu machen. Doch 36.Kc2? h4! gibt Schwarz auf einmal gute Siegchancen, da der schwarzfeldrige Läufer aktiv wird und über f2/e1 irgendwann eingreifen kann. Bald danach kamen die schwarzen Bauern am Damenflügel ins Rennen und Weiß musste seinen Läufer dafür geben. 5:1 für uns, Mannschaftssieg klar gemacht!

Da Lucas und Ernst noch eine Weile spielten, feierten wir unsere Siege (Auch die 2. hatte bereits gewonnen, Glückwunsch dazu!) beim Italiener um die Ecke. Lucas stand an Brett 1 gegen Marco Drewes mit Schwarz immer etwas gedrückt und lange leicht schlechter, verteidigte sich aber zäh und stand irgendwann vielleicht auch besser. Am Ende wurde es ein Remis!

Ernst spielte an Brett 6 gegen Omar Zuri eine Partie in der es munter auf und ab ging, erst hatte Ernst eine Qualität weniger, dann auf einmal zwei Bauern dafür mit Siegchancen, dann sah es wieder klar verloren aus, auf einmal hatten beide Damen und nun lehnte Ernst das Remis zunächst ab. Nach einer Weile einigten sich dann beide aber doch auf Remis, spannend war es allemale!

Damit gab es am Ende ein für meinen Geschmack etwas zu hoch ausgefallenes 6:2 für uns.

Die für uns gute Nachricht folgt zum Schluss: Hameln spielt nur 4:4 und damit liegen alle Chancen auf den Aufstieg wieder bei uns. Dank nach Hildesheim von hier aus!

Aber wie heißt es so schön: Abgerechnet wird zum Schluss, in den beiden letzten Runden kann noch viel passieren

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Feb 03 2019

6. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 03.02.2019, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga SVG Salzgitter I Peiner SV I 6:2
Bezirksliga SVG Salzgitter II SV Hankensbüttel I 5½:2½

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Jan 20 2019

5. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 20.01.2019, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga Hamelner SV II SVG Salzgitter I 4½:3½
Bezirksliga SVG Salzgitter II SC Braunschweig Gliesmarode II 3½:4½

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Dez 16 2018

4. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 16.12.2018, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga SVG Salzgitter I Plesse Bovenden I 7½:½
Bezirksliga SV Königsspringer Braunschweig II SVG Salzgitter II 3:5

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Nov 25 2018

3. Mannschaftsspieltag 18/19

Veröffentlicht von Andreas Klein unter Mannschaft

Spielbeginn 25.11.2018, 10 Uhr

Staffel Heim Auswärts Ergebnis
Verbandsliga SV Gifhorn I SVG Salzgitter I 2½:5½
Bezirksliga SVG Salzgitter II SV Caissa Wolfenbüttel II 5:3

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Nov 14 2018

Verspätete Revanche

Veröffentlicht von David Riemay unter Mannschaft, Allgemein

Nun also der erste Artikel zur Saison mit etwas Verspätung! Nach dem gelungenen, aber deutlich zu hoch ausgefallenen 6,5:1,5 Auftaktsieg zuhause gegen Caissa Wolfenbüttel ging es am 2. Spieltag nach Hildesheim zur zweiten Mannschaft. Letzte Saison hatten wir an Ort und Stelle gegen Hildesheim I 6,5:1,5 verloren und damit den Abstieg eingeleitet, daher sollte nun die Revanche gegen die Zweite Mannschaft folgen.

Nachdem alle pünktlich und gut gelaunt ankamen und die Bretter um 10h eröffnet wurden, hatte ich bereits ein gutes Gefühl. Die etwa 200 DWZ Punkte die wir im Schnitt besser waren half da natürlich ein wenig, trotzdem muss auch so ein Spiel natürlich erstmal gespielt und gewonnen werden.

Das gute Gefühl sollte noch stärker werden, da Lars an Brett 5 gegen Uwe Engwicht die sogenannte Snake Variante als Schwarzer probierte und Weiß damit auf dem falschen Fuß erwischte. Jeder Zug eine neue Drohung schon in der Eröffnung, der Gegner konnte bald nur noch reagieren und Lars seine taktische Stärke unter Beweis stellen und auf der B-Linie entscheidend eindringen und Material gewinnen. Das führte recht bald zum 1:0 für uns.

Zu dem Zeitpunkt sahen auch alle anderen Stellungen gut für uns aus mit Ausnahme Brett 8, wo Otti irgendwie die Qualität und einen Bauern verlor gegen Dieter Donath, dafür allerdings ein wenig Kompensation hatte. Lucas hatte an Brett 1 eine positionell sehr gute Stellung, in der sein Gegner Stephan Meyer nicht passiv abwarten wollte und aktiv wurde, was leider die weißen Felder völlig schwächte. Diese Felderschwächen nutzte Lucas mit seinen Figuren und gewann 2 Bauern ohne Kompensation, so dass sein Gegner bald aufgab.

Kurz davor hatte auch schon Siggi an Brett 5 gegen Marco Sommer gewonnen. Nach einem interessanten Zug seines Gegners verbrauchte Siggi in der Eröffnung einmal früh viel Zeit um eine gute Antwort zu finden, danach verlor der Gegner irgendwie den Faden. So konnte er ohne großes Gegenspiel genau wie Lars in der B-Linie eindringen und ebenfalls einen vollen Punkt verbuchen. 3:0. Otti holte irgendwie noch ein Remis, wie genau habe ich leider verpasst.

Den frühen Mannschaftssieg konnte  an Brett 7 holen. Er hatte seinen Gegner Matthias Wiege ebenfalls in der Eröffnung überrascht, so dass sich dieser sichtlich unwohl fühlte und keinen richtigen Plan fand. Jü gewann bald einen Bauern und stand sehr gut, so dass in der Zeitnot noch mehr Material fiel und der nächste Punkt für uns zu verbuchen war. 4,5:0,5, ein hoher Sieg bahnte sich an denn die letzten Partien von Udo, Dietmar und mir liefen alle unter dem Motto: Endspielvorteil auf unserer Seite

Den nächsten Punkt durfte ich an Brett 2 gegen Rüdiger Schmoldt holen. Nach einer etwas passiven Eröffnung spielte mein Gegner ungenau in der Eröffnung und erlaubte mir in Vorteil zu kommen. Danach spielte ich ein paar starke Züge und gewann in folgender Stellung einen Bauern:

Schmoldt - Riemay

Hier hatte Weiß gerade mit dem schon fast erzwungenen Sd1 die das schwache schwarze Feld e3 gedeckt. Auf Dh5 oder ähnliches folgt nun einfach h3 und Weiß wird sich mit Sf4 oder Se3 konsolidierenkönnen, daher ist hier Handeln gefragt als Schwarzer. 1. …Td8 (Das Tempo nimmt man natürlich mit) 2. Dc3 2…Sxh2! Gewinnt einfach einen Bauern, da nach 1…Kxh2 2. Dh5+ nebst DxSe2 folgt. So kam es auch in der Partie, ich hatte einen Bauern mehr und stand weiterhin super aktiv . Dann begann ich irgendwie völlig den Faden zu verlieren. Es entwickelte sich ein Endspiel wo ich den Läufer + Mehrbauer gegen den Springer hatte, indem ich meinem Gegner unnötige Aktivität einräumte. Diese scheint in der Nachbetrachtung völlig unkritisch gewesen zu sein, aber am Brett begann ich langsam Gespenster zu sehen und war froh, dass ich bald meine Figuren umgruppieren konnte und meinen Mehrbauern irgendwann erfolgreich einsetzen konnte.

Kommen wir nun zu den letzten beiden Partien die beide im Endspiel entschieden wurden und ungeheuer lehrreich und interessant waren:

Eröffnungen lehren dich Eröffnungen, Endspiele lehren dich Schach (Stephan Gerzadowicz)

Udo spielte gegen Werner Freier an Brett 4 eine nette Kombination in der er kurzfristig Figur und Dame opferte um am Ende ein Doppel-Turmendspiel mit Mehrbauern zu bekommen. In diesem stand er wunderbar aktiv, nach und nach tauschte sich alles ab so dass er am Ende folgende theoretisch gewonnene Stellung Turm + Bauer gegen Turm auf dem Brett hatte (Die Stellung ist ungefähr aus dem Kopf, macht auch keinen großen Unterschied wo genau nun die weißen Figuren stehen)

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Von hier ist der Gewinn einfach wenn man weiß wie: Stichwort Brückenbau! (Es gibt natürlich auch noch andere Möglichkeiten) Hier eine kleine Auffrischung:

Man strebt zuerst die Lucana-Stellung an: Man läßt den Turm wo er ist und bringt den König nach b1 und den b-Bauern nach b2, das kann Weiß nicht verhindern. Dann sollte Weiß den Turm auf die a-Linie stellen um einfach Ta8 und Ka2 von Schwarz zu verhindern, was ganz einfach gewinnt um dann von der achten Reihe versuchen Turmschachs zu geben um Kc1/Kd1 nebst b1D zu verhindern. Falls möglich spielt man dann direkt Td2-Tc2 nebst Kc1, daher sollte Weiß den König schon auf e3 haben um das zu verhindern. Dann kommt aber der Brückenbau: Schwarz spielt Td5 und geht dann mit den König auf immer erzwungene Schachs des Weißen folgende Route: Kb1-c2-b3-c3-b4 um dann Tb7+ mit Tb5 dazwischen zu kommen. Hier das ganze graphisch hochwertig veranschaulicht:

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Elementares Endspielwissen direkt in einen Punkt umgemünzt!

Doch das Highlight habe ich mir bis zum Schluss aufgehoben. Dietmar hatte an Brett 3 gegen Helge Verhoef folgendes Endspiel erreicht:

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Da wir schon vor dem Ende der Partie zurückfuhren, analysierten wir diese Stellung auf der Fahrt. Allerdings brauchten wir 4 Versuche um die richtige Stellung aufzubauen, mal stand ein weißer Bauer auf e5 statt f4, mal fehlte hier einer und mal war einer zu viel auf dem Brett.  Deswegen hoffe ich dieses mal die richtige Stellung erwischt zu haben. Zunächst dachten wir einfach sie sie gewonnen für Weiß, da abzählen des Plans Kd2-e2-f2-xg3 nebst Rennen des weißen h-Bauern gegen schwarzen g-Bauern hoffnungslos ist, da Weiß deutlich zuerst einzieht und dann z.B. einfach den Läufer auf c8 schlagen kann.

Doch Schwarz hat noch eine Idee: Der Durchbruch f4! Allerdings muss er den sehr genau vorbereiten und zum richtigen Zeitpunkt spielen, was in der praktischen Partie kaum möglich ist korrekt durchzurechnen. Hier die studienartige Idee die möglicherweise das Remis hält:

ACHTUNG LÖSUNG (Für alle die es möglicherweise selbst untersuchen wollen)

Hinweis: Es ist nur meine Lösung die ich auf die schnelle untersucht habe, möglicherweise ist es doch ganz anders, bin für Anregungen offen in den Kommentaren!

1. Lxh5 Ld7!!

Der erste starke unerwartete (zumindest für mich) Zug und einzige, der das Remis hält. Die Idee ist es, mit Lc6 gegebenenfalls den e4 zu decken und erst dann durchzubrechen auf f4. Eine weitere Idee ist es, in einigen Varianten mit dem Läufer nach e8 zurückzugehen falls der weiße Läufer auf e4 schlägt in irgendwelchen f4 Varianten und den h5 aufzuhalten.

Verrückt! Man denkt es geht um eine Temporennen und stattdessen hält nur dieser “ruhige” Zug das Remis!

Hier halten jetzt schon nur noch 2 Züge Remis für den Weißen:

2. Lxg4 und Lg6, auf alles andere gewinnt Schwarz mit f4! Beide Stellungen seien dem Leser überlassen, die Idee des Schwarzen wird aber eigentlich immer Le8 mit aufhalten von h5 sein

Am Ende also ein 7,5 : 0,5 und damit eine mehr als gelungene Revanche fürs Vorjahr. Auch wenn es vielleicht einen Punkt zu hoch ausgefallen ist war es doch ein sehr souveräner Auftritt von uns der Mut gibt. Doch um noch einmal am Ende das Phrasenschwein zu füllen: Das nächste Spiel ist immer das schwerste!

Unsere überaus sympathischen Gegnern wünsche ich auf diesem Wege noch mal viel Glück für den Klassenerhalt.

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